Stift Melk

Stift Melk© Elisabeth Harzhauser

Das Pfingstwochenende ließ wettertechnisch ja ziemlich aus heuer. Auch für den Montag war wechselhaftes Wetter vorhergesagt – auf der Suche nach einer Ausflugslocation mit Option auf Outdoor Aktivität, aber auch Schutz vor Regen stoßen wir auf das Stift Melk. So nah vor den Toren Wiens gelegen ist es ja schon fast eine Schande, dass wir noch nie dort waren!

Bequeme Anreise mit dem Zug

Für uns Zugfahrer liegt das Stift sehr praktisch gleich neben dem Bahnhof Melk – in 45 Minuten ist man vom Westbahnhof aus auch schon dort und steht nach einem kurzen Spaziergang durch die Altstadt auch schon direkt vor den Toren des Stifts.

Reliquienverehrung im Stift

Wir gönnen uns eine geführte Tour durch das Stiftsgebäude und hoffen auf ein paar Anekdoten aus der Geschichte des Benediktiner Stifts. Leider geraten wir an eine sehr junge, scheinbar noch unerfahrene Führerin, die eher mit brav auswendig gelerntem Text als mit unterhaltsamen Anekdoten punktet.

Stiftskirche Melk Außenansicht© Elisabeth Harzhauser

Eine Geschichte, welche die unübertroffene Gastfreundschaft der Österreich portraitiert, hat sie dann aber doch auf Lager: Einst kam ein irischer Königssohn namens Kolomann auf seiner Pilgerreise nach Jerusalem durch Stockerau. Der ansässigen Bevölkerung waren sein fremdes Aussehen und seine unbekannte Sprache nicht ganz geheuer. Der logische Schluss, er können nur ein Spion sein führte zu seinem unschönen Ende am Ast eines Holunderbaumes. Als der Baum mitten im Winter plötzlich zu blühen begann, überlegte man es sich schnell anders und verehrte Kolomann kurzerhand als Heiligen. Seine Reliquien wurden schließlich ins Stift gebracht. So hatte sich der arme Mann seine Erleuchtung sicher nicht vorgestellt ;).

Gold und Gesang in der Kirche

Einen Großteil der Führung nimmt die aktuelle Ausstellung über die Geschichte des Stifts ein, in der hauptsächlich mit Symbolen und farbigen Lichtspielen gearbeitet wird. Ohne Erläuterung wahrscheinlich nicht ganz leicht nachzuvollziehen. Die Highlights sind für mich eindeutig die Bibliothek, von der man leider nur einen kleinen Teil der rund 100.000 Bücher sieht, und die Stiftskirche. In der Kirche probt gerade ein riesiger Chor mit instrumentaler Unterstützung als wir eintreten. Gänsehaut-Feeling!

Stiftskirche Melk© Elisabeth Harzhauser

So wird die barocke Pracht in ein noch viel üppigeres Licht gerückt! Ein schöner Moment für uns um innezuhalten.

Spaziergang durch den Park

Im Stiftspark lassen wir den Tag schließlich ausklingen. Die Gartenanlage ist eine Mischung aus barocken Einflüssen und dem Stil des englischen Landschaftsgartens.

Stift Melk Gartenpavillon© Elisabeth Harzhauser

Mir gefällt besonders der Kräutergarten, in dem über 200 verschiedene Kräuter- und Heilpflanzen wachsen. Aber auch die Jahrhunderte alten Linden rund um einen kleinen Teich sind sehr beeindruckend.

Stift Melk Garten© Elisabeth Harzhauser

An einem so bewölkten Tag wie gestern finden wir genug ruhige Plätze nur für uns und können dem Vogelgezwitscher ungestört lauschen :).

Fazit

Für einen Nachmittagsausflug mit wechselhaftem Wetter ist das Stift Melk sehr gut geeignet. All der Prunk und das üppige Gold der Barockzeit lenken gut vom grauen Himmel ab ;). In der Altstadt von Melk kann man zum Abschluss noch einen netten Spaziergang machen und sich in einem der vielen Kaffeehäuser stärken.

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