Gestapo Hauptquartier in Köln

El-De-Haus in Köln© Elisabeth Harzhauser

Unser Köln Besuch führt uns gleich am ersten Tag in die düstere Vergangenheit Deutschland ins ehemalige Gestapo Hauptquartier im El-De-Haus. Von 1935 bis 1945 war hier der Hauptsitz der Kölner Gestapo. Heute ist in dem Haus das NS Dokumentationszentrum untergebracht.

Enteignung durch die Gestapo

Das im Jahr 1934 errichtete Haus verdankt seinen Namen den Initialen des Bauherrn Leopold Dahmen. Ursprünglich war es als Wohn- und Geschäftshaus geplant, aber noch vor seiner Fertigstellung wurde es von der Gestapo  beschlagnahmt. Bereits bestehende Mietverträge wurden null und nichtig. In den oberen Geschoßen wurden die Büros, in den beiden ersten Kellergeschoßen 10 Gefängniszellen errichtet.

Eingang des El-De-Hauses© Elisabeth Harzhauser

Menschenunwürdiges Gefängnis

Diese Gefängniszellen bilden auch das Herzstück der heutigen Ausstellung. Sie sind noch im Originalzustand erhalten geblieben. Ursprünglich sollten die Häftlinge hier nur kurz während der Zeit ihrer Verhöre durch die Gestapo untergebracht werden, viele mussten hier jedoch Wochen und Monate ausharren bevor sie entweder entlassen oder ermordet wurden. Die Zellen waren hilflos überbelegt mit bis zu 30 Gefangenen pro Raum. Wenn man vor den Räumen steht, kann man sich gar nicht vorstellen, wie auf diesem engsten Raum so viele Menschen Platz haben konnten. Den hatten sie genau genommen auch nicht! Die Zellenwände erzählen auch heute noch das schreckliche Leid, das sich hier abgespielt haben muss. Über 1.800 Inschriften von den Insassen sind noch erhalten geblieben. Mit Bleistiften, Fingernägeln und Lippenstiften haben die Gefangen hier ihre Geschichte festgehalten. Es läuft mir eiskalt über den Rücken während ich Hilferufe, fröhliche Liedtexte und kleine Lebensgeschichten lese. Es ist fast so als könnte man die Anwesenheit der traurigen Seelen von damals noch spüren.

Museum über die Gestapo in Köln

In den oberen Stockwerken des Hauses ist heute ein Museum untergebracht, das sowohl die Geschichte des Hauses als jene auch der Gestapo und NS Zeit in Köln erzählt. Das Museum ist sehr umfangreich – spannend ist auch die neuere Geschichte des El-De-Hauses, die hier auch ihren Platz findet. Nach Ende des zweiten Weltkrieges wurde das Haus von der Stadt Köln mit diversen Ämtern belegt, unter anderem fand auch das Standesamt hier eine neue Heimat. Und so graust einem heute vor den Hochzeitfotos, die vor den Toren eines Hauses entstanden, in dem nur wenige Monate zuvor noch Menschen grausam den Tod gefunden haben.

Fazit

Das El De Haus ist sicher kein lockerer Programmpunkt für zwischendurch. Unsere Stimmung war danach auf jeden Fall etwas gedrückt. Trotzdem möchte ich den Besuch nicht missen! Er regt sehr zum Nachdenken an und eröffnet einem eine weitere Facette unserer NS Vergangenheit.

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