Kussmaul

Kussmaul Frühstück Anastasia Hobelmann

Über das neue Lokal Kussmaul am Spittelberg gingen in den letzten Wochen ja schon einige bewundernde Kritiken durch die Medien. Meinen Urlaub nutzte ich dazu, um einmal unter der Woche vorbei zu schauen und ihr Frühstück zu probieren.

Verborgene Design-Schätze

An einem Wochentag kann man ohne Reservierung am Vormittag vorbeikommen. Außer ein paar Business-Leuten und Fans des Lokals tut sich hier nicht viel. Wir wählen einen Platz im Wintergarten vor dem Restaurant. Die Schiebetüren können hier aufgemacht werden, sodass man quasi halb im Freien sitzt. An einem warmen Tag sicher eine gute Idee, an einem kühlen und wolkenverhangenem Vormittag eher eine zugige Geschichte. Die Einrichtung ist modern-schlicht im Außenbereich. Gefällt mir eigentlich ganz gut. Furchtbar finde ich jedoch die Sessel! Auf den Drahtgestellen mit einer Lehne, die nur bis knapp in mein Kreuz reicht, finde ich einfach keine bequeme Sitzposition! Leider ein Minuspunkt! Dafür ist das WC ein echter Hingucker!

Kussmaul WC

Zwar wie üblich in den besonders fancy Lokalen schwer zu finden, bietet es hinter einer schlichten schwarzen Tür dann einen besonderen Augenschmaus! Von der Decke bis zum Boden, von den Wänden bis zu den Türen ist alles mit einem schwarz-weißen Urwald geschmückt – nur unterbrochen von einzelnen bunten Tieren. Schaut euch das unbedingt an, ich war schwer beeindruckt ;)!

Geschmacksexplosion

Die Frühstückskarte besteht aus drei Menüs und diversen Einzelzutaten zum separat bestellen. Wir entscheiden uns für ein einfaches Wiener Frühstück mit weichem Ei, Croissant, Baguette, Kuchen und Marmelade – genannt Herr von Wachsweich – sowie für Anastasia Hobelmann.

Kussmaul Frühstück Herr von Wachsweich

Zweiteres bietet eine breite Palette von Butter, Hausbrot, braunes Butterei über Beinschinken, Gervais mit Kresse, Gurken bis hin zu Entenwürstel, Mostsenf und Käse. Hört sich alles schon sehr lecker an, findet ihr? Ist es auch :)! Von der großen Frühstücksplatte bin ich restlos begeistert! Ich habe selten einen so geschmackvollen Schinken gegessen und das Entenwürstel – zuerst skeptisch von mir beäugt – ist einfach nur ein Traum! Bei der Variation Herr von Wachsweich fällt hingegen auf, dass etwas zu viel Brotzeug im Vergleich zum Belag vorhanden ist. Die unglaublich feine Süße der Marillenmarmelade macht es aber wieder wett! Semmeln sucht man im Kussmaul übrigens vergebens, die werden hier nicht serviert ;).

Aufholbedarf beim Service

So gut das Essen auch ist, für den Service gibt’s einen Punkteabzug. Ich bekomme für meinen Marillensaft ein Glas mit Wasserflecken. Ok, man muss jetzt nicht so pingelig sein, aber ich finde, für ein Lokal in dieser hochpreisigen Klasse gehört sich das nicht! Bei der Bestellung frage ich den Kellner, ob man das Wachsei eventuell gegen Eierspeis tauschen könnte. Das geht, allerdings müsste ich dann den Vollpreis für die separate Bestellung aus der Karte berappen. Bei 11,50 € für das Menü ist mir die Zusatzbestellung von ca. 6 € dann doch etwas zu viel. Ich lehne also ab und erkundige mich, was denn eigentlich ein Wachsei genau sei. Da gerät der Kellner etwas ins Stocken. Diese Frage kam wohl noch nicht oft ;). Er ist wohl genau wie ich kein großer Eier-Esser, aber beim Servieren hätte ihm wohl schon mal auffallen müssen, dass es eben kein hartes Ei ist, wie er mir erklärt. Da es mir trotzdem geschmeckt hat, will ich mal darüber hinweg sehen ;).

Fazit

Alles in allem bin ich dennoch begeistert vom Kussmaul und werde sicher bald wiederkommen, um mich durch die Abendkarte zu kosten.

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