Heeresgeschichtliches Museum

Heeresgeschichtliches Museum

Ich hätte es ja nie erwartet, aber das Heeresgeschichtliche Museum in Wien hat mich echt begeistert! Genauer gesagt eigentlich die zum traurigen Jubiläum heuer neu eröffnete Erster Weltkrieg-Ausstellung. In zwei Sälen wird die Geschichte des Krieges vom Attentat in Sarajevo bis zur Kapitulation anhand zahlreicher Ausstellungsstücke eindrucksstark erzählt.

Das Attentat von Sarajevo

Direkt am Eingang zur Ausstellung wartet das Original Auto vom Attentat auf Franz Ferdinand. Man sieht noch das riesige Einschussloch! Gleich daneben liegt das blutdurchtränkte Hemd des Thronfolgers. Ich hatte eine Gänsehaut!

Party zu Kriegsbeginn

Deko-Artikel, mit denen damals der Kriegsbeginn von der Bevölkerung gefeiert wurde, erinnern an moderne Großsportereignisse. Ein Weltkrieg war für die Leute damals ungefähr so unvorstellbar und weit entfernt wie für uns heute. Man rechnete mit einem kurzen Blitzkrieg, aber niemals mit dem weltweiten Drama, das letztendlich daraus wurde.

Panzer und Flugzeug

Spannend sind auch die Waffen und Informationen zur Kriegsführung. Im ersten Weltkrieg war Österreich tatsächlich ganz an der Spitze der Flugzeugindustrie – gleich hinter Frankreich. Trauriges Detail dazu: die Piloten wurden nicht mit Fallschirmen ausgestattet, da man Angst hatte, dies würde dazu führen, dass die Besatzung nur allzu leichtfertig die teuren Flugzeuge ihrem Absturz überlassen würde.

Panzer im Heeresgeschichtlichen Museum

Kriegsopfer

Sehr berührt hat mich auch die Sektion über die Kriegsopfer und -heimkehrer. Altertümliche Prothesen aller Art erzählen von den “Mitbringseln” aus dem Krieg. Schlimm auch, dass es für die körperlich und seelisch stark beeinträchtigten Heimkehrer keinerlei finanzielle Versorgung gab und sie von der zivilen Bevölkerung gemieden wurden. Die Entwicklung der Blindenschrift ist übrigens auch auf den ersten Weltkrieg zurückzuführen – bis dahin war diese Beeinträchtigung hauptsächlich alten Menschen vorbehalten. Nach dem Krieg wurde es zum Massenproblem.

Große Verluste

Der erste Weltkrieg forderte von 1914 bis 1918 insgesamt 17 Millionen Todesopfer. Die meisten Opfer waren aber nicht auf die Kriegshandlungen an sich zurückzuführen, sondern auf die grausamen Nebenerscheinungen wie Hunger und Krankheiten, allen voran die spanische Grippe.

Tipp

Ich empfehle unbedingt eine Führung zu buchen – unser Guide hat es wirklich geschafft, uns von einer Minute auf die andere ins Jahr 1914 zu katapultieren und die Geschehnisse damals angreifbar zu vermitteln. Ein echter Geschichtenerzähler – so einen Geschichte-Lehrer hätte ich mir damals in der Schule gewünscht ;).

 

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